
Nachdem letztes Jahr das Halloween-Kostüm für meine Tochter ganz gut geklappt hatte (siehe
hier), wollte sie heuer auch wieder etwas Passendes genäht haben. Und da ich ja sonst nichts zu tun habe und zufällig in einem bu.rda Heft einen ihr gefallenden Schnitt fand, habe ich mich ans Nähen gemacht. Zugegebenermaßen ein wenig (eher viel) mich und meine Nähkünste überschätzende - so ein Bustierkleid hat seine Tücken.
Morgen ist die Halloween-Party in der Schule und ich bin hier noch am Kämpfen. Im Augenblick scheint der Stoff, der Schnitt und die Anleitung die Oberhand zu haben. Heften, steppen, auftrennen, in diesem Rhythmus geht das Werk voran. Die Investition von 2,50€ in einen Nahtauftrenner hat sich schon amortisiert. Einige hilfreiche Erfahrungen durfte ich sammeln - zum Beispiel, dass man auf weißem Futterstoff wunderbar mit Bleistift den Schnitt anzeichnen kann, der Bleistiftstrich aber nicht mehr zu entfernen ist und auch von der rechten Seite zu sehen ist. Außerdem sollte ich vor dem Nähen überlegen, wo rechts und wo links ist und dass das Futter genau gegensätzlich eingepasst werden muss. Auch wusste ich bist dato nicht, dass ich keinen Reißverschlussnähfuß besitze, muss ich halt den 50cm Reißverschluss mit der Hand annähen. Ganz davon abgesehen, dass das Thema "Reißverschluss" mich völlig überfordert.
Gierig habe ich gestern stundenlang Filmchen angeschaut - aber nicht solche, bei denen es darum geht, dass Männer möglichst schnell Reißverschlüsse von leicht bekleideten Damen öffnen, sondern solche bei denen Damen geduldig erklären, wie man Reißverschlüsse einnäht. Schlau bin ich trotzdem nicht daraus geworden.
Und was ich zum Thema "Nähanleitung" sagen könnte würde hier den Rahmen sprengen. Ich habe mich durch die "Metaphysik" von Aristoteles gearbeitet, aber die war noch verständlicher als diese kryptischen Anweisungen im Heft.
Mir bleiben noch 12 Stunden - der Kampf geht weiter.